Ein Blick auf Wildtiere in Kleingartenanlagen

Wenn die Temperaturen sinken und Gärten winterfest gemacht werden, stellt sich vielen Gartenfreundinnen und Gartenfreunden die Frage: Müssen wir den Tieren im Winter helfen – insbesondere in Kleingartenanlagen?
Die kurze Antwort lautet: In den meisten Fällen nicht aktiv, sondern indirekt.
Gut angepasst an den Winter
Unsere heimischen Wildtiere verfügen über ausgefeilte Überlebensstrategien. Igel halten Winterschlaf, Eichhörnchen legen Vorräte an, viele Vogelarten passen ihr Verhalten an oder ziehen weiter. Gerade Städte bieten im Winter oft bessere Bedingungen als die freie Landschaft: milderes Klima, strukturreiche Rückzugsorte und ein vielfältiges Nahrungsangebot.
Kleingartenanlagen sind dabei besonders wertvolle Lebensräume – vorausgesetzt, sie bleiben möglichst naturnah.
Wann Unterstützung sinnvoll ist
Es gibt Situationen, in denen menschliche Hilfe angemessen sein kann:
Vögel
Bei langanhaltendem Frost oder geschlossener Schneedecke kann eine gezielte Winterfütterung unterstützen. Sie ist jedoch keine Voraussetzung für das Überleben, sondern eine Ergänzung. Wichtig sind geeignetes Futter, saubere Futterstellen und regelmäßige Pflege.

Igel u. a.
Gesunde Igel kommen ohne Hilfe durch den Winter. Unterstützungsbedarf besteht nur bei geschwächten oder sehr spät aktiven Tieren. Entscheidend ist weniger das Füttern als das Bereitstellen ruhiger, geschützter Winterquartiere.


Wasser:
Offene Wasserstellen sind bei Frost hilfreich, insbesondere für Vögel. Lauwarmes Wasser, täglich erneuert, genügt vollkommen.
Weniger ist mehr!
Problematisch wird Hilfe dort, wo sie übertrieben oder unsachgemäß erfolgt:
- falsches Futter (z. B. Brot)
- ganzjährige Fütterung ohne Not
- aufgeräumte Gärten ohne Laub, Totholz oder Rückzugsorte
- Störungen von Winterquartieren durch Aufräumarbeiten
Die beste Hilfe: ein naturnaher Garten
Wer Tieren im Winter helfen möchte, sollte vor allem eines tun: Lebensräume erhalten.
Dazu gehören:
- Laubhaufen und Reisig liegen lassen
- Hecken und Sträucher nicht radikal zurückschneiden
- ruhige Gartenecken zulassen
- auf unnötige Eingriffe verzichten
Tiere in der Stadt sind nicht hilflos. Sie sind an urbane Lebensräume angepasst – auch im Winter. In Kleingartenanlagen bedeutet verantwortungsvolles Handeln daher vor allem: Beobachten, verstehen und nur dort eingreifen, wo es wirklich nötig ist.

